Mitte des 2. Jh.s kursieren ein paar üble Gerüchte über die Christen: Menschenfresserei (Abendmahl), Inzest, Atheismus (Sie glauben an keinen Gott den sie bilden ihn nicht ab) und sowieso und überhaupt das Christentum ist unwissenschaftlich also nur etwas für ungeblidete Leute - den Pöbel. Die Schriftsteller die nun zur Feder greifen um den Glauben zu verteigen nennt man Apologeten.
Der Haupvorwurf der, überwiegend griechischen Philosophen lautet: “Christen sind ungebildete Leute!” Der christliche Glaube ist unphilosphisch und unwirtschaftlich (sagt. z.B. Celsus). Keiner der Apologeten sagt: “Stimmt, das Evangelium ist ziehmlich Unphilosophisch!” Stattdessen wird versucht zu beweisen das der Glaube die bessere Philosophie ist, wer ein bischen nachdenkt muss eigentlich Christ werden… Dadurch wird der Glaube zu einer recht intellektuellen Sache. Aus der Botschaft von Jesus der durch seinen Tod am Kreuz Erlösung bringt, wird ein wissenschaftliches System. Die Apologeten lehnen indess die Offenbarung nicht ab - solange sie nicht den “Gesetzen des griechischen Geistes” nicht wiedersprechen. Klar Jesus ist Gottes Sohn, nur steht nicht länger das Kreuz im Mittelpunkt. Jesus ist nun der große Lehrer, Bringer des geistigen Gottesbegriffs und einer wunderbare Ethik. Kurz: Die zentrale Botschaft des NT tritt in den Hintergrund.
Dazu kommt es weil sich die Apologeten die Gesetze des Argumentierens von ihren Gegnern vorschreiben lassen und die Lesen die Apologien oft nicht einmal. Tertullian klagt:”Niemand nimmt unsere Schriften zu Kenntnis, außer wenn er selbst schon Christ ist.” Dafür weht nun der Wind der grieischen Philosophie durch die Kirche. Nichts desto trotz haben die ersten Apologeten eine echte Beziehung zu Jesus und viele von ihnen lassen sogar ihr Leben dafür.
Ich beschäftige mich z.Z. viel mit Kirchengeschichte und die Gruppe der Apologeten war mir auf Anhieb sympatisch. Als ich über Sie gelesen habe musste ich sofort an ein Streitgespräch mit einem alten Freund, vor 4 Wochen zurück denken. Da ging es um biblische Theologie vs. historisch kritische Theologie… was ich lerne sei nicht wissenschaftlich etc., dass hat mir ordentlich gestunken! Natürlich wollte ich ihm das Gegenteil beweisen - ich lass mir doch nicht vorwerfen ich sei Naiv - konnte es aber oft nicht. Dafür hab ich gemerkt das mein verletzter Stolz mich schnell aufs theologische Glatteis führen kann… es ging, wie Marcus richtig erkannt hat, nicht um Klärung sondern um Befindlichkeit.
Ich glaube die Bibel ist Gottes inspirites Wort von Menschen aufgeschrieben! Die Bibel ist nicht ein Buch von Menschen für Menschen! Beweisen kann ich das nicht. Whatever - Im Moment stelle ich mir u.a. folgende Fragen:
1. Ist das Evangelium ist den “Gelehrten von Heute” nach wie vor eine Torheit?
2. Wieviel Apologetik brauchen wir, wie sollte diese aussehen?
3. Ist das Evangelium wirklich ganz und gar Unphilosophisch?
Zum Weiterlesen: Armin Sierszyn: 2000 Jahre Kirchengeschichte. Bd 1. Kapitel 5. Die Apologetenliteratur, S. 72-81.