Leichen pflastern seinen Weg – The Great Silence
„The Great Silence“ aka. „Leichen pflastern seinen Weg“ ist einer der wenigen Schneewestern. In den Bergen, der Stadt Snow Hill, leben arme Outlaws die ihren Lebensunterhalt durch Stehlen verdienen müssen. Das führt dazu, dass sie steckbrieflich gesucht werden. „Tot oder lebendig“ heißt es offiziell. Loco (Klaus Kinski) und seine Kopfgeldjäger bevorzugen jedoch die Variante des Tötens. Gnade kennen Sie nicht, kein Einziger wird von ihnen verschont.
Dem Gouverneur gefällt das Treiben der Kopfgeldjäger jedoch nicht. Daher plant er eine Amnestie für die Outlaws, und solange dies noch nicht in die Tat umgesetzt ist, schickt er Sheriff Burnett in das zugeschneite Bergdorf.

Doch Loco mordet mit seiner Bande fleißig weiter und lässt sich vom Sheriff nicht aufhalten. Schließlich hat er das Gesetz noch auf seiner Seite. Eine weitere geheimnisvolle Figur spielt in dem Western noch eine entscheidende Rolle. Der stumme Silence (Jean-Louis Trintignant) ist der schnellste Revolverheld weit und breit. Da er Kopfgeldjäger hasst, wird er von den Angehörigen der Ermordeten beauftragt, Loco und seine Bande zu töten…
„The Great Silence“ ist ein absoluter Klassiker und einer der derbsten Italowestern überhaupt. In Sergio Corbucci’s bestem Film (meiner Meinung nach) finden sich (fast) alle typischen Merkmale des Italo- bzw. Spaghettiwestern:
1. Der Anti-Held
2. Das primitive Motiv
3. Die Brutalität
4. Der finale, langgezogene Show-Down
5. Besonderheiten der Kammeraführung
6. aufwendige sehr emotionale musikalische Untermalung
7. psychologischer Tiefgang
8. die schmutzige, düstere Athmosphäre
9. das unerwartete, völlig überraschende Ende
„Leichen pflastern seinen Weg“ ist weitaus düsterer als Sergio Leones Western aber auf dem gleichen Niveau. Die von Ennio Morricone komponierte Filmmusik ist wie immer atemberaubend und die schaupielerische Leistung von Kinski und Trintigant kann ich gar nicht genug loben. Klaus Kinski ist der Wahnsinn, Loco ist definitiv eine seiner besten Rollen. Ebenfalls erwähnenswert ist die bezaubernde Vonetta McGee als Pauline und Frank Wolff als etwas naiver Sheriff.
Über den Hintergrund des Films, der sehr viel vom damaligen Zeitgeist der 68′er wiederspiegelt, werd ich mich jetzt nicht auslassen. Der politische Aspekt ist zwar heute nicht mehr so stark gegeben, dass schmälert die sehr hohe Qualität des Filmes aber nicht im geringsten.
Die DVD enhält die ungekürzte Orginalfassung von 100 Min. Die ursprüngliche deutsche Kinofassung war etwas kürzer. Als Bonus gibt es ein Interview mit Klaus Kinski – Kult, Sowie ein alternatives Ende für Japan. Diese zweite Ende ist Gott sei Dank nie im Kino gezeigt worden, denn es ist phänomenal Schlecht und ohne Ton. Die DVD kostet bei Amazon 3,50. (Deutsch & Italienisch)